Der Bürgermeisterbrief – Februar 2026
„Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt“
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
bestimmt kennen einige von Ihnen noch diesen sehr alten Faschingsschlager „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt“, der gerade in der Nachkriegszeit, als das Geld auch sehr knapp war, in den großen Faschingshochburgen Köln und Mainz rauf und runter gesungen wurde.
Die Menschen waren damals geprägt von den Eindrücken des Krieges. Zufriedenheit beruhte darauf, seine Familie und sich in einem sicheren und friedlicheren Land zu wissen, und auf ein bisschen Wohlstand, den man durch eigenen Fleiß erwerben konnte.
Am 11. Februar, also kurz vor Ende des Faschings, wird der Maisacher Gemeinderat voraussichtlich den Finanzhaushalt 2026 beschließen.
Viele von Ihnen haben über die Presse von den Vorberatungen und dem erforderlichen absoluten Sparwillen aller Fraktionen erfahren.
Finanzhaushalt wird ausgelegt
Wenn man die Finanzsituation der Gemeinde Maisach intensiv und detailliert betrachtet – der beschlossene und genehmigte Haushalt wird bald im Rathaus und auf der Homepage einzusehen sein – dann stellt man sehr schnell fest, dass uns wie allen Kommunen in Deutschland das sehr stark gestiegene Ausgabenvolumen belastet und die Einnahmen bedingt durch die stagnierende Wirtschaft seit vier Jahren rückläufig sind.
Dennoch ist dieser Finanzhaushalt nicht nur geprägt von Sparmaßnahmen, sondern von sehr weitsichtigem finanziellem Handeln. Bei Rücklagen von ca. 42 Millionen Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung unter 3 Euro könnte sich die Gemeinde Maisach vieles leisten, wenn wir nicht die langfristig notwendigen Investitionen, die in den nächsten zehn Jahren auf die Gemeinde Maisach an Sanierungen und notwendigen Neubauten zukommen, zur Grundlage der Finanzplanungen gemacht hätten.
Wichtige Angebote ausbauen
Dass unser Gemeinderat die Notwendigkeit einer langfristig angelegten Finanzplanung über alle Fraktionen hinweg mitgetragen hat, spricht für das Verantwortungsbewusstsein unserer Gemeinderätinnen und -räte.
Trotz aller Sparzwänge und der sinnvollen Rücklagenschonung für bevorstehende Investitionen enthält der Finanzhaushalt auch sehr viele Ansätze, die unsere Gemeinde und ihre Angebote positiv weiterentwickeln werden, bei den Kinderbetreuungsangeboten, bei Angeboten für unsere Jugend und bei Angeboten für Senioren.
Besonders wichtig wurde aber im Gemeinderat eine regionale, von der Weltlage unabhängige Energieversorgung gesehen. In diesen Bereich investiert die Gemeinde nicht unerheblich Finanzmittel und Arbeitszeit.
Langfristig werden sich diese Investitionen als herausragender Standortfaktor nicht nur für die Gemeinde, sondern für alle Haushalte in der Gemeinde auszahlen.
Regionale Versorgung stärken
Wie richtig und wichtig eine regionale Versorgung ist, erleben wir derzeit in Anbetracht der international wachsenden Krisenherde, die vielfach aus dem Kampf um den Zugang zu Bodenschätzen und Energievorkommen entstanden sind und weiter entstehen werden.
Wir hier in Deutschland haben keine großen Bodenschätze, wir müssen unsere Kreativität, unser Wissen und unsere Tatkraft einsetzen, um unsere Energieversorgung und damit unsere Wirtschaftsleistung unabhängig vom Wohlwollen anderer Staaten ausbauen zu können.
Sinnvolles Handeln
Dieser Gedanke trägt uns hier in der Gemeinde im Kleinen, deshalb treiben wir gemeinsam den Ausbau von Windrädern, Photovoltaik-Anlagen, Fernwärme, Geothermie und Biomethanerzeugung voran.
Die knapp gewordenen Finanzmittel müssen richtig und für langfristig sinnvolle Maßnahmen eingesetzt werden. Das ist ein wesentlicher Antrieb unseres Handelns.
Uns allen im Gemeinderat und in der Verwaltung ist klar, dass wir hier mehrfach um Verständnis für unser Handeln werben und Ihnen, unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, durch bestmögliche Information eine Nachvollziehbarkeit an die Hand geben müssen. Hier bitten wir darum, die bestehenden Informationsangebote auch zu nutzen.
Frohes Faschingstreiben
Der Monat Februar ist der traditionelle Monat des Faschings, der Satire, des Humors und viel guter Laune. In früherer Zeit sprach man davon, den Winter auszutreiben, schlechte Gedanken und die Tage von Dunkelheit hinter sich zu lassen.
Angesichts der Weltlage und dem, was wir selbst dazu beitragen können, möchte ich Ihnen einen Leitgedanken von mir zum Abschluss mit auf den Weg durch den Monat geben: Wir können vielleicht die Welt nicht verändern, aber wir können gemeinsam unsere so gestalten, dass wir alle gut leben und den nachfolgenden Generationen eine Zukunft schenken.
In diesem Sinne genießen Sie die närrische Zeit, mit Humor und Lebensfreude steigert man die persönlichen Energiereserven, mit denen Sie Ihre täglichen Herausforderungen besser bewältigen können.
Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus
Hans Seidl, 1. Bürgermeister
Kontakt:
E-Mail: vorzimmer@maisach.de




