Der Bürgermeisterbrief – November 2025

Entwicklung von Wohnbauflächen dringend erforderlich


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Geburtenzahlen gehen zurück, auch in unserer Gemeinde. Und auch der Zuzug in allen unseren Orten hat sich aufgrund geringer Bautätigkeit erheblich verringert. Zum ersten Mal seit den 1990er Jahren haben wir in der Gemeinde Maisach eine wachsende Anzahl freier Plätze in Kinderkrippen, Kindergärten und im Hortbereich. Es erhöhen sich auch die Kapazitäten in unseren beiden Grundschulen, besonders in Gernlinden, nicht nur bedingt durch die dortige Schulerweiterung.

Zuzug von Familien fördern

Die beschriebene Entwicklung ist finanziell für die Gemeinde nicht so positiv, sie ermöglicht uns aber, bei der Wohnraumentwicklung etwas mehr Anschub zu geben – mit dem Ziel, den Zuzug von Familien zu fördern. Im Gemeinderat war man sich einig, dass eine Ausweisung von Wohnbauflächen, angepasst an die Kapazität in der Kinderbetreuung, erfolgen kann.

Derzeit finden Entwicklungen von Wohnbauflächen in Maisach an der Zugspitzstraße, in Malching westlich der Dorfstraße und in Germerswang an der Kohlstattstraße statt. In Maisach und Malching laufen die Projekte weitgehend problemlos und sind im Zeitplan. In Germerswang besteht – nach der Ausarbeitung eines neuen Geruchgutachtens aufgrund neuer Grenzwerte und seit 2015 weiterentwickelter landwirtschaftlicher Betriebe – eine Herausforderung, über die wir bereits die Fraktionsvorsitzenden informiert haben. Im Gemeinderat wurde diskutiert, ob in Germerswang eine andere Entwicklungsoption angestrebt werden soll.

Wohnraum schaffen

Wichtig ist dem gesamten Gemeinderat, besonders auch in den Orten Malching, Germerswang, Rottbach und Überacker in Abwägung mit vorhandenen Nachverdichtungsflächen im Ortsbereich weitere Wohnraumangebote zu schaffen.

Das seit Jahren geplante größte Wohnbauprojekt auf dem derzeitigen Sportgelände des SC Maisach kommt aufgrund mehrerer Faktoren nur schleppend voran, entwickelt sich aber stetig weiter. Oft werden wir gefragt, warum wir nicht lieber auf andere Flächen wechseln, um schneller voranzukommen. Die Antwort hat mit finanziellen Erfordernissen zu tun: Das Grundstück des Sportgeländes gehört der Gemeinde. Bei einer Entwicklung zum Wohnbauland verbleibt, neben den Kosten für ein neues Sportgelände, auch noch ein gewisser Überschuss, der dringend zur Finanzierung wichtiger Sanierungen und Neubauten, etwa der Fuß- und Radwegbrücke am Bahnhof Gernlinden oder des Feuerwehrhauses Maisach, benötigt wird.

Umso wichtiger ist es, dass wir die Dynamik der geplanten Entwicklung etwas erhöhen, besonders seitdem wir wissen, dass eine gewerbliche Entwicklung im südlichen Bereich des Militärgeländes am Fliegerhorst derzeit in der Umsetzung nicht mehr einzuschätzen ist.

Für Gernlinden ging der Gemeinderat sehr schnell, nachdem die Tendenz freier Kinderbetreuungsplätze bekannt geworden war, eine Wohnbauentwicklungsfläche an der Josef-Poxleitner-Allee an. Ob wir tatsächlich dort die Entwicklung vorantreiben oder auf Flächen an der Merianstraße ausweichen, hat ebenso mit möglichen, dringend benötigten finanziellen Erlösen zu tun. Darüber wird der Gemeinderat im Rahmen der Haushaltberatungen entscheiden.

Sozialstruktur stärken

Wichtig ist uns in der Gemeinde Maisach schon seit Jahren, immer wieder vergünstigtes Wohnbauland im Rahmen des Einheimischen-Modells anzubieten. Leider gibt uns der bestehende Rechtsrahmen dabei nicht die Möglichkeit, damit auch gezielt die Sozialstruktur zu stärken. Darunter verstehen wir ehrenamtliches Engagement bei Angeboten, die unser Zusammenleben unterstützen, attraktiver machen und auch schützen – etwa in sozialen Diensten, Sport, Kultur, Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten. Der Verbleib oder der Zuzug von Menschen, die sich seit Jahren in solchen Bereichen einbringen und auch weiter engagieren möchten, hat eine Bedeutung für das Leben in den Orten und somit für unsere gesamte Gemeinde.

Aus diesem Grund und in Abstimmung mit allen Fraktionsvorsitzenden lassen wir derzeit eine erweiterte Form des Einheimischen-Modells rechtlich prüfen. Der politische Wille vor Ort ist seit langem vorhanden, nationales und europäisches Recht bilden jedoch einen starren Rechtsrahmen. Der höheren Politik muss klar sein, dass wir neben gefördertem Wohnraum für Menschen mit geringerer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit auch die Ehrenamtlichen stärken müssen, ohne die es viele wertvolle Angebote für unsere Gemeinschaft nicht geben würde.

Geförderter Wohnungsbau

Mit 20 Wohnungen an der Lusstraße in Maisach wird die Gemeinde Maisach, in Zusammenarbeit mit der Wohnbaugesellschaft FFB, den geförderten Wohnungsbau umsetzen. Das ist ein wichtiger Schritt, nicht nur für die Menschen, die diese Angebote dringend benötigen, sondern für uns alle. Denn wenn Menschen mit wichtigen Berufen, die unser tägliches Leben unterstützen – etwa in Friseurhandwerk oder Pflege, im medizinischen Bereich, als Reinigungskräfte oder bei der Müllabfuhr und Entsorgung – hier bei uns nicht mehr leben können, hätten wir alle ein großes Problem.

Dass wir jetzt in dieser Zeit die Schaffung von Wohnraum anschieben können, ist ein sehr positives Signal, das gute Zukunftsperspektiven schafft.

Unsere persönlichen Perspektiven richten sich im Monat November vielleicht auch schon auf die Vorweihnachtszeit – oder wie es hier in Bayern so schön heißt: auf die stade Zeit. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, dass Sie Zeit und Raum finden, etwas zur Ruhe zu kommen.

 

Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus
Hans Seidl, 1. Bürgermeister

 

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E-Mail: vorzimmer@maisach.de