Die Gemeinde Maisach empfiehlt: Senioren- und behindertengerechtes Bauen

Europaweit wird der Anteil der über 65-jährigen von derzeit rund 17 auf 28 Prozent ansteigen. Die starke Zunahme der pflegebedürftigen Bevölkerungsgruppen und das abnehmende häusliche Pflegepotenzial begründen den erhöhten Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Durchschnittlich nur ein Prozent aller Wohnungen in Europa sind altersgerecht angepasst. Bis 2020 müssen deshalb unter den derzeitigen Voraussetzungen zusätzlich rund 800.000 Wohnungen in Deutschland alters- und behindertengerecht modernisiert werden, um den wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

 

Wer ein Haus baut, kauft, oder renoviert, macht dies im Allgemeinen mit der Absicht, entweder selbst so lange, sicher und angenehm wie möglich darin zu wohnen oder um es zu vermieten oder zu verkaufen. Die Gemeinde Maisach empfiehlt deshalb, langfristig zu planen. Ob man nun selbst im Eigentum alt werden will oder Mieterinnen und Mieter mit Kindern hat, ob man die eigene Mutter am Wochenende aus dem Pflegeheim nach Hause nehmen möchte oder sich selbst z.B. das Bein gebrochen hat, eine altersgerechte Bauweise kommt den Alltagsanforderungen verschiedenster Menschen am umfassendsten entgegen.

 

Wird schon in der Planungsphase an den Lebensabend gedacht, kann der Bauherr in den eigenen vier Wänden ruhig alt werden. Selbst bei einer plötzlichen Behinderung kann er dort selbstständig weiterwohnen.
Seitens der Gemeinde wird empfohlen, die behindertengerechte Planung bereits an der Haustür des Neubaus beginnen zu lassen. Vor und hinter der Tür gehört z.B. viel Platz eingeplant. Schwellen und Treppen müssten vermieden, stufenlose Eingänge und breite Türöffnungen dagegen von Anfang an vorgesehen werden. Schwellen aller Art bilden Hindernisse für Alte, Geh- und Sehbehinderte, aber auch für das Rangieren mit Kinderwagen oder Rutscherautos.

 

Hilfe bei der Planung:
Bereits Anfang der 90er Jahre legte der Gesetzgeber Planungskriterien für behindertengerechtes Bauen fest. Genaue Vorschriften gibt es bislang allerdings erst für den Miet- und den genossenschaftlichen Wohnungsbau, sowie in einigen Ländern für den privaten Bereich bei Häusern mit mehr als zwei Wohnungen.

 

Für Bauherren, die vorsorgen wollen, empfiehlt die Bauverwaltung, sich bei folgenden Stellen zu informieren:

 

  • Beratungsstelle Barrierefreies Bauen bei der Bayerischen Architektenkammer
    (Beratungsstelle Barrierefreies Bauen, Frau Marianne Bendl, Postfach 190165,
    80601 München)
  • Verband Privater Bauherren (Bundesbüro, Chausseestr. 8 in 10115 Berlin).
  • Verband Barrierefrei leben (Kreuzstr. 108-110, 44137 Dortmund) 

 

Bei Fragen ist Ihnen die Bauverwaltung, Frau Endres selbstverständlich gerne behilflich.

drucken nach oben