Bürgermeisterbrief

Bürgermeister Juli 19

Blick und Handeln nach vorne richten

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

der Alltag mit all seinen Herausforderungen hat uns nach der Urlaubszeit wieder. Die Rückreisewelle hat bisher die beginnende vierte Pandemiewelle nicht allzu drastisch erhöht, so dass unsere medizinischen Einrichtungen noch gut mit der Anzahl an Intensivpatienten zurechtkommen. Es ist uns allen zu wünschen, dass sich auch in den kommenden kälteren Tagen mit mehr Aufenthalt in geschlossen Räumen die Pandemie nicht weiter verstärkt und damit alle gewonnenen Freiheiten uneingeschränkt bestehen bleiben.

 

Auswirkungen der Pandemie

Schon während des Pandemieverlaufes hat sich unser Blick nach vorne gerichtet. Das Wiederbeleben der Präsenz in Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Sporteinrichtungen, Vereinen und im öffentlichen Leben bedarf einiger Impulse. Gerade was unsere Kinder und Jugendlichen betrifft, wird viel über die Auswirkungen von Corona mit den verringerten sozialen Kontakten nachgedacht. Während der intensiven Pandemiezeit gab es zu den angewandten Maßnahmen laut Aussage vieler Mediziner keine Alternative.

 

Impulse setzen

Nun aber ist es an der Zeit, klare Impulse zu setzen, um Langzeitschäden im psychischen und physischen Bereich abzubauen und weitere zu vermeiden. Nach meiner persönlichen Meinung ist es mehr als hilfreich, wenn wir jetzt gezielt vier Bereiche stärken.

 

Begegnung schaffen

Das öffentliche Leben, die Aktivitäten der Vereine und Verbände müssen wieder in Gang gebracht werden. Jedes Treffen und der persönliche Austausch stärken das Gemeinschaftsgefühl. Die soziale Wahrnehmung jedes Einzelnen verhindert den Rückzug aus dem öffentlichen und Vereins-Leben.

Deshalb auch meine Bitte an unsere Vereine, Verbände und die Feuerwehren - der Blick auf jeden Einzelnen ist wichtig. Manchmal bedarf es nur eines Gesprächs, um die Bindung an das Vereinsleben wieder zu beleben.

 

Bildung weiterentwickeln

Gerade unsere Kinder und Jugendlichen haben eine schwierige Zeit bewältigt. Lange Zeit konnte Bildung nur mittels digitaler Medien geleistet werden. Diese Zeit hat gezeigt, dass sich die Bildungsarbeit und -Vermittlung nach Corona gezielt weiterentwickeln muss. Dies betrifft nicht nur die Ausstattung mit digitalen Medien, sondern auch darauf abgestimmte Lehrpläne und die Ausbildung unserer Lehrerschaft. Hier ist das Kultusministerium gefordert. Aber auch wir Kommunen müssen hier aktiv werden, damit die Zukunftschancen unserer Heranwachsenden erhalten bleiben.

 

Bewegung ermöglichen

Mit jedem Lockdown sind das öffentliche und das Vereins-Angebot zum Erliegen gekommen. Die körperlichen Aktivitäten haben sich erheblich reduziert. Einige Eiserne sind auf Outdoor–Sport ausgewichen und haben ihre Jogging- oder Nordic-Walking-Runden tapfer durchgehalten. Unsere Vereine bieten ein vielfältiges Bewegungs- und Sportangebot für jede Altersgruppe. Wir als Gemeinde werden unsere Vereine weiterhin finanziell gut unterstützen. Wir sehen das als Investition in die Gesundheit und in die Gemeinschaftspflege zum Wohle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Einen zusätzlichen Beitrag wird die Gemeinde mit der Sanierung des Freibads und der gezielten Förderung von Sportstätten leisten.

 

Beratung/Begleitung annehmen

Die Herausforderungen der erforderlichen Maßnahmen haben oft den Einzelnen überfordert. Besonders Familien mit Kindern im Betreuungs- und Schulalter hatten neben den persönlichen Herausforderungen im Beruf zusätzlich die der fehlenden Kinderbetreuung und Freizeitangebote sowie das Homeschooling zu bewältigen.

Unser Familienstützpunkt war und ist hier eine gute Anlaufstelle. Ich war froh darüber, dass wir bereits einige Zeit vor der Pandemie diese Beratungseinrichtung in unserer Gemeinde installieren konnten.

 

Neben den Kindern und Heranwachsenden sind die Senioren die Gruppe, auf die wir ein besonderes Augenmerk richten müssen. Besonders die Älteren neigen dazu, die Pandemie zum Anlass zu nehmen, sich aus dem öffentlichen und Vereins-Leben zurückzuziehen. Vereinsamung und Anonymität sind Folgen, die es auch in unsere Gemeinde nicht selten gibt.

 

Deshalb meine Bitte - eine Gemeinschaft zeichnet sich darin aus, dass sie den Blick auf den Einzelnen nicht verliert. Deshalb achten Sie auf die Menschen in Ihrer direkten Nachbarschaft, um rechtzeitig wahrzunehmen, ob jemand Ansprache, Hilfe oder Unterstützung benötigt. Unsere sozialen Verbände und die Vereine bieten gesellige Angebote an. Auch die Nachbarschaftshilfe mit verschiedenen Angeboten, die Pflegedienste und die Kirchen sind gute Begleiter. Zusammen mit unserer Sozialreferentin wird derzeit überlegt, eine aufsuchende Seniorenarbeit ins Leben zu rufen.

 

Gute Basis vorhanden

Je mehr die Pandemie uns alle aus der starken Umklammerung entlässt, umso stärker gilt es, Schaden vom Einzelnen und von unserer Gesellschaft fernzuhalten. Vor, aber auch während der Pandemie haben Gemeinderat und Verwaltung bereits wirtschaftliche Impulse gesetzt. Sie ermöglichen uns, nun gezielt Perspektiven zu schaffen, damit wir die Krise und ihre Auswirkungen möglichst schnell hinter uns lassen und gestärkt nach vorne blicken können.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Herbsttage, viele erlebnisreiche Begegnungen, unseren Kindern und Heranwachsenden Freude an Bildung und am Entdecken der Welt, uns allen ausreichend Bewegung, damit unsere Seele und das Immunsystem gestärkt wird und stets jemanden, der ihnen zuhört.

 

Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus

 

Hans Seidl
1. Bürgermeister

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