Bürgermeisterbrief

Foto Bürgermeister Oktober 2017

Verantwortungsbewusste Mobilität

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

mit dem Bevölkerungswachstum in unserer Gemeinde und in der Region hat sich auch das Verkehrsaufkommen erhöht. Feststellbar ist aber auch, dass sich der Zeitdruck, der auf immer mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger lastet, unmittelbar auf das Fahrverhalten auswirkt. Vermehrt macht sich jedoch auch die Ignoranz Einzelner gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern bemerkbar. Mangelnde gegenseitige Rücksichtnahme wird immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko.

 

Reduzierte Geschwindigkeit schafft Sicherheit

In den letzten Jahren wurden bereits viele innerörtliche Fahrstrecken als Zone 30 oder mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h in Zusammenarbeit mit der Verkehrsbehörde im Landratsamt und der Polizei ausgewiesen. In Rahmen dieser Zusammenarbeit konnten gemeinsam viele gute Lösungen gefunden werden.

Anfang Mai ist der Gemeinderat meinem Vorschlag gefolgt, an allen Ortseinfahrtsbereichen digitale Geschwindigkeitsmessgeräte mit Anzeigen für Geschwindigkeit und Lach-/Weingesicht zu installieren. Die 16 Messgeräte sind bestellt und werden nach und nach aufgestellt werden.

 

Verkehrsüberwachung

Mit unserer Kommunalen Verkehrsüberwachung werden wir weiterhin und teilweise verstärkt tätig sein. Die gewonnen Messergebnisse, die wir auch hier im Mitteilungsblatt veröffentlichen, zeigen, dass die Mehrzahl der Fahrer sich sehr verantwortungsbewusst verhält. Ein nicht unerheblicher Anteil trägt jedoch stark zur Gefährdung der Verkehrsteilnehmer bei.

 

Parken und Rettungswege

Neben der Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit ist auch die Nutzung des Straßenraums als Parkmöglichkeit eine ständige und wachsende Herausforderung. Mehrere Straßen, gerade in den großen Orten Maisach und Gernlinden, sind so zugeparkt, dass bei Notfall- und Rettungseinsätzen ein Durchkommen nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Darum sind wir gezwungen, an vielen Stellen absolute Halteverbote zu erlassen, was die Parkraumproblematik jedoch nicht final löst.

Deshalb mein Appell an alle, die auf den Straßen parken: bitte nutzen Sie die vorhandenen Stellplätze und Garagen auf Ihren Grundstücken! Sollte ein Parken auf der Straße unvermeidbar sein, dann halten Sie sich bitte an die vorgeschriebenen Abstandsregeln.

 

Wohnwägen und Wohnmobile belasten den Parkraum

Wohnwägen dürfen zwar laut Straßenverkehrsordnung zeitlich beschränkt auf den Straßen geparkt werden. Da der Parkraum schon für die Personenwagen nicht ausreicht, wäre es dringend geboten, diese Anhänger und auch Wohnmobile nur zum Be- und Entladen für einige Stunden in den Straßen abzustellen. Für das Dauerparken sollten gewerblich angebotene Abstellplätze genutzt werden. Mit diesem Appell verbinde ich die Hoffnung, dass wir von den rechtlichen Regelungen, die wir derzeit prüfen, nicht Gebrauch machen müssen. Wünschenswert wäre es, wenn Vernunft und Verantwortungsbewusstsein eine Lösung des Problems herbeiführen.

 

Ganzheitliche Verkehrskonzepte, nicht Einzellösungen

Die Südumfahrung in Maisach entastet den Ort immer mehr. In Gernlinden wird mit der bereits seit 2002 bestehenden Südumfahrung der größte Teil des überörtlichen Verkehrs um den Ort herum geführt. Wir sahen deshalb im Gemeinderat den richtigen Zeitpunkt für gekommen, ein Verkehrskonzept für Maisach und Gernlinden von einem Fachplaner erstellen zu lassen. Auf der Grundlage der Erfahrungen der Polizei und der Verkehrsbehörden sollen alle Herausforderungen und Notwendigkeiten sowie die Wünsche und Anliegen aller Mitbürger in das Konzept einfließen.

Der Verkehrsplaner sollte spätestens im Oktober dieses Jahres seine Arbeit aufnehmen und damit den Analyse- und Arbeitsprozess starten. Mit dem Verkehrskonzept wollen wir vermeiden, dass Einzellösungen nur dazu führen, andere Wohn- und Straßenbereich zu belasten.

 

Neue Mobilität

Neben der Regulierung und Steuerung des bestehenden Verkehrs arbeiten wir seit längerer Zeit daran, die Mobilität in der Gemeinde neu und zukunftsgerichtet auszubauen.

Der bereits beschlossenen Umsetzung eines Carsharingangebots soll ein Angebot mit Bikesharing folgen.

 

Busangebot erweitert

Mit der Erweiterung der Buslinie 872 und der Neueinführung der Linie 875 hat der Gemeinderat die Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs beschlossen. Mit beiden Linien sollen weitere bisher nicht einbezogene Wohnquartiere in Maisach und Gernlinden mit dem Linienbus bedient werden. Verfolgt wird damit, für Heranwachsende und ältere Menschen ein Mobilitätsangebot zu schaffen, das unabhängig vom Auto das Erreichen aller wichtigen Einrichtungen innerhalb Maisachs und Gernlindens sowie die Weiterfahrt nach Fürstenfeldbruck ermöglicht. Das Angebot sollte aber auch dazu dienen, den Verzicht auf ein Zweitauto zu erleichtern und so einen Beitrag zur Entlastung unserer Straßen und zum Klimaschutz leistet. Sicherlich wird die völlige Akzeptanz einige Zeit dauern. Sich in der Sache nicht auf den Weg zu machen, würde aber den bestehenden Herausforderungen und einem verantwortungsbewussten politischen Handeln nicht gerecht werden.

 

Sofern Sie nicht schon begeisterter Radfahrer sind, bieten sich die warmen Monate dazu an, aus Liebe zur eigenen Gesundheit, zur Landschaft und zum Umweltschutz Rad zu fahren oder die Begeisterung dafür zu entdecken.

 

Ihr

 

Hans Seidl

Erster Bürgermeister

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