Bürgermeisterbrief

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

der Bebauungsplan Alter Fliegerhorst - Nordseite mit der Südumfahrung von Maisach und dem Gelände für den Trab- und Zuchtverein wurde am 27. Juli beschlossen und hat nunmehr mit dem öffentlichen Aushang seine Rechtskraft. Damit ist der Weg frei für den Bau der dringend benötigten Südumfahrung.

 

Entlastung und mehr Lebensqualität

Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger in Maisach haben derzeit eine Verkehrsbelastung von über 17.000 Fahrzeugen in 24 Stunden. Mit der Südumfahrung wird das Verkehrsaufkommen um circa 40 Prozent reduziert, vor allem der Schwerlastverkehr wird aus dem Ort verlegt.

Das gesamte Planungsgebiet der Gemeinde Maisach umfasst neben dem nun überplanten Nordteil auch den südlichen Teil des ehemaligen Militärgeländes bis zur Gemeindegrenze nach Fürstenfeldbruck.

 

Konflikte und Chancen

In diesem Planungsbereich ist die Umsetzung des Fahrtrainings für die Polizei und das Fahrsicherheitszentrum von BMW vorgesehen. Eine Planung, die die Nutzung der schon versiegelten Flächen, eine Entsiegelung und Renaturierung von Flächen, aber auch einen sensiblen Eingriff in das FFH-Gebiet vorsieht. Seit Längerem ist nun auch bekannt, dass der militärische Teil auf dem Stadtgebiet von Fürstenfeldbruck ebenfalls aufgegeben wird. Das Militär wird bis 2023 den Standort verlassen. Auch die Stadt Fürstenfeldbruck hat für ihr Gebietsteil bereits erste Überlegungen ausgearbeitet. Durch die unmittelbare Nähe zur möglichen Nutzung auf Maisacher Seite sowie den direkten Berührungen und Auswirkungen auf das Stadtgebiet Olching und die Gemeinde Emmering gab es bisher ein Konfliktpotenzial, das eine konsensfähige Lösung für alle Seiten nicht möglich machte.

 

Schulterschluss und Perspektiven

In Gesprächen zwischen den Bürgermeistern der betroffenen Nachbarkommunen Olching, Maisach, Emmering und dem Oberbürgermeister von Fürstenfeldbruck war man sich aber einig, dass das gesamte Gelände des ehemaligen Militärstandortes nicht nur eine örtliche, sondern auch eine regionale Bedeutung hat.

Diesem Grundsatz will man nun bei weiteren Überlegungen einen höheren Stellenwert einräumen.

Historisch betrachtet war der Militärstandort, der sich auf das Gemeindegebiet Maisach und das Stadtgebiet Fürstenfeldbruck verteilt, über viele Jahrzehnte der größte Arbeitgeber im Landkreis. Viele Menschen aus den Nachbarkommunen des gesamten Landkreises haben in militärischen und zivilen Bereichen Arbeit gefunden.

Es war ein Arbeitsangebot der kurzen Wege und die vielen Beschäftigten mussten nicht bis nach München pendeln.

 

Mensch und Umwelt 

Heute ist der Landkreis Fürstenfeldbruck der Landkreis mit der höchsten Auspendlerquote. 38.000 Menschen verlassen täglich den Landkreis auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Dieser enorme Auspendlerstrom mit den für die Menschen und die Umwelt verbundenen Belastungen hat bei den Überlegungen in der Bürgermeisterrunde zusammen mit unserem Landrat eine erhebliche Rolle gespielt. Das militärische Gelände soll als ziviles Gelände eine herausragende Rolle im regionalen Arbeitsplatzangebot einnehmen.

 

Kürzere Wege zu einem Arbeitsplatzangebot bedeutet ein Gewinn an Freizeit, eine höhere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weniger Umweltbelastung und damit einen sinnvollen Klimaschutzbeitrag. Arbeitswege könnten mit dem öffentlichen Nahverkehr oder dem Fahrrad sehr gut bewältigt werden.

 

Der hohe Pendleranteil in unseren Städten und Gemeinden lässt ganze Quartiere tagsüber veröden und immer mehr in die nachbarschaftliche Anonymität versinken. Eine sinnvolle Nähe zwischen Wohnen und Arbeitsplatz ist ein soziologischer Gewinn, weil auch das Zeitpotenzial und die Bereitschaft für eine ehrenamtliche Tätigkeit wieder zunehmen.

 

Hohe Standortpotenziale 

Die nutzbaren Bereiche des ehemaligen Militärgeländes, eingebettet in ein artenreiches Naturschutzgebiet, bieten für die steigenden Anforderungen der modernen Arbeitswelt und ein entspannenden Umfeld optimale Bedienungen.

 

Wir, die vier Bürgermeister und unser Landrat sind uns einig, dass in der strategischen Ausrichtung des Geländes eine große Chance für die Menschen in der Region und für die Region selbst liegt. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, haben wir uns gemeinsam mit einem klaren Ziel auf den Weg gemacht, um in den einzelnen kommunalen Gremien für die notwendige Unterstützung zu werben.

 

 Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus

 

Hans Seidl

1. Bürgermeister

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